City-Maut wie in Stockholm + Park&Ride für Dresden-Besucher

Es muss Dresdens Ziel sein, den Autoverkehr zu schrumpfen. Dann ist
* ist mehr Platz auf den Straßen
* sind weniger Abgase in der Luft
* sind weniger fahrende Heizungen
* finanzieren mehr Menschen den ÖPNV mit.

Dazu sollte Dresden eine Delegation nach Stockholm senden, um sich anzuschauen, wie dort die City-Maut eingeführt wurde, die den in die Stadt fahrenden PKW-Verkehr um 20% senkte. (siehe: FAZ: "Grüner Schwede": http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/leben-in-der-oekologisc...) Eine zweite Delegation kann sich die Umsetzung in London anschauen.

Parallel wäre es hilfreich, wenn es an den Einfallsstraßen Park&Ride-Stationen gäbe, deren Parktickets zugleich ÖPNV-Tickets sind. So bleiben die Autos draußen vor der Stadt und die Dresden-Besucher verbrauchen weniger Treibstoffe. Angesichts Peak Oil wäre das auch eine weitsichtige Vorbereitung auf steigende Benzinpreise.

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Ich unterstütze den Vorschlag einer City-Maut. Aber dazu gehört, daß die Einnahmen zweckgebunden verwendet werden, um Alternativen zum Auto anzubieten und auch, um die Folgen des Autoverkehrs zu kompensieren.

Am liebsten hätte ich dafür ein eigenes Budget, über dessen Verwendung im Rahmen eines Bürgerhaushalts entschieden wird.

So vermeidet man den Eindruck von Abzocke, stärkt die Bürgerbeteiligung und gibt Anreize für einen Ideenwettbewerb zur Mobilität in der Stadt ohne Auto.

Der Form halber (da es hier keinen Daumen-Runter-Button) gibt, sollte darauf hingewiesen werden, dass dieser Ansatz bei vielen Dresdnern, so auch bei mir, auf Ablehnung stößt.
Dresden hat im Vergleich zu anderen Großstädten eine sehr überschaubare Verkehrssituation und gerade die Einfachheit, Ziele in der Stadt auch aus Sicht von Besuchern zu erreichen, macht Dresen mit aus. Dresden liegt nicht gerade an einem Bahn- oder Luftverkehrsknotenpunkt, deshalb sollte die Erreichbarkeit per Auto hohe Priorität haben.
Park&Ride gibt es und wird auch benutzt, aber warum sollte die Stadt zu potentiell steigenden Benzinpreisen noch eine Maut drauflegen. Als ob es keine Autofahrer gäbe, die selbst rechnen können.

@kysc: Schön, dass wir uns betreffs des Ansatzes einig sind.

Bezüglich Besuch in Stockholm: Angesichts der Summen, die wir Dresdner für Bauvorhaben ausgeben, wären die Kosten eines Besuchs vor Ort sehr, sehr überschaubar. Ich fände es gut, eine Delegation von 6 Fachleuten der Dresdner Verwaltung nach Stockholm zu senden, weil nichts über ein persönliches Gespräch geht. Dort könnten Detailfragen geklärt werden, welche Erfahrungen mit dem System gemacht wurden: In den Planungen, beim Gespräch mit den Stockholmern, bei der Umsetzung und Einführung, beim Betrieb.

Das kann dann hintenraus sinnvollerweise gut per Telekommunikation fortgeführt werden, aber ein Live-Besuch würde eine gute Grundlage legen, da das Vorhaben nicht abstrakt diskutiert würde, sondern "im Betrieb" besichtigt wird.

Es sollten aus aller Welt die besten Beispiele zusammengetragen und umgesetzt werden, z. B. Lösungen für wirklich fahrradfreundliche Städte oder praktikables Car-Sharing. Dazu müssen keine teuren Reisen für selbsternannte Experten durch Steuergelder organisiert werden.

Naja, die Reisekosten sind Peanuts, da hätte ich kein Problem damit. Unterschätzen darf man nicht die einprägsame Wirkung bei einem Stadtrat, wenn er das wirklich mal vor Ort erlebt hat. Das hält dann ne Weile.

Das Konzept in Stockholm und London ist gut und soweit ausreichend bekannt und dokumentiert. Dresden kann dies ohne weiteres umsetzen, dazu bedarf es keine Reise in die beiden Städte. Das sind nur unnötige Kosten, die wir bezahlen. Es gibt auch noch Telefon und Internet. Ansonsten ein Ja von mir.