Grüne Ruhezone und bedarfsgerechtes Nutzungsangebot

Was meinen Gästen und vielen Bekannten höheren Alters am meisten fehlt am Neumarkt sind grüne Ruhezonen - Bänke auf denen man sich weder eine Blasenentzündung noch einen Sonnenstich holt und auf denen man nicht zum Bestellen von Speisen und Getränken genötigt wird. Wie man das auf der Hauptstraße tun kann - das fanden sie toll, ich auch. Aber während ich auch ohne diese Ruhemöglichkeiten gern über den Neumarkt gehe, um die rekonstruierten historischen Gebäude oder nur die historischen Fassaden zu bewundern und die wiederentstehenden Gassen und Blicke auf die Frauenkirche zu genießen, habe ich etliche Bekannte und Verwandte, für die es aus gesundheitlichen Gründen Bedingung wäre, sich auf dem Platz auch ausruhen und verweilen zu können.

Architektonisch wirkt der Neumarkt nur als Ensemble um die Frauenkirche, das die von der GHND aufgestellten Gestaltungsgrundsätze beachtet bzw. durchsetzt. Jeder modernistische Bruch ist hier fehl am Platze und schmälert die Wirkung des bisherigen historischen Wiederaufbaus, wenn er sie nicht grade ins Gegenteil verkehrt - von Harmonie zu Dissonanz. Einige Beispiele dafür gibt es schon in unmittelbarer Umgebung der Frauenkirche, bei denen man besser die Meinung bzw. die Vorschläge der GHND berücksichtigt hätte.

Für moderne Solitärkunst, die sich nicht einem Ensemble unterordnet, ist ausserhalb des Neumarks und anderer historischer Viertel noch genug Platz.

D.h. das Gewandhausareal bitte nach den Vorstellungen der GHND begrünen und nicht mit einem neuen Gebäude bebauen, weil es schon lange vor 1945 dort nichts mehr gab. Warum Bäume den Platz nicht "fassen" können sollen ist für mich nicht nachvollziehbar. Bei der Begründung glaube ich eher, man will sich das Geld aus dem Grundstücksverkauf nicht entgehen lassen. Man sollte sich die Grüne Lebensqualität etwas kosten lassen. Das macht zusammen mit den von der GHND vorgeschlagenen Fassaden der Leitbauten den Platz attraktiver.

Wenn man es dann noch schafft, die geplanten Bauten mit für Dresdner und nicht nur für Touristen attraktiven Nutzungen auszustatten, wird sich auch der Anteil der Dresdner unter den Besuchern des Neumarktes erhöhen. Dazu sollte die Stadt nicht alles den Investoren überlassen, sondern sinnvolle Vorschläge machen und durchsetzen.

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Hallo Stefan,

selbstverständlich ist es legitim, sich über Entscheidungen der Politik und Verwaltung auszutauschen und diese kritisch zu hinterfragen oder negativ zu bewerten.
Wir versuchen als Moderatoren immer auf das eigentliche Thema der Debatte zu lenken, nämlich auf die Gestaltung des Neumarkts.
In diesem Fall könnte die Diskussion sehr schnell auf das \"Geschehen hinter den Kulissen\" abgleiten, was ich mit meinem Kommentar verhindern wollte.
Aber in dem Punkt \"Sachlichkeit\" gebe ich Ihnen Recht.

Viele Grüße
Moderation Kowala-Stamm

Die Diskussion ist doch sachlich. Wo liegt das Problem seitens der Moderation? Auch Fehlbeschlüsse seitens der Stadtplanung und der Gestaltungskommission müssen in einem solchen Dialog angesprochen werden dürfen.

Freundliche und fragende Grüße

Stefan

....und ich möchte alle TeilnehmerInnen bitten, sich um eine sachliche Diskussion zu bemühen.
Viele interessante Dialoge wünscht Ihnen und es grüßt Sie
Moderation Kowala-Stamm

Gerade AdF. 22 mit seiner dresdenuntypisch alpinaweißen Fassade empfinde ich als höchst ensemblestörend. Herr Dietze von der Baywobau wollte im Quartier 3 ausschließlich angepasste historisierende Füllbauten zwischen den Rekonstruktionen errichten, was aber von der Gestaltungskommission abgelehnt worden ist. Wenigstens haben sich die Dresdner anschließend gegen den von besagter Kommission präferierten Entwurf von Frau Heike Böttcher gewehrt. Es ist nicht uninteressant, was hinter den Kulissen am Neumarkt die letzten Jahre abgelaufen ist und ich kann jedem Dresdner nur empfehlen, sich diesbezüglich umfassend zu informieren.