verfehlte Architekturdebatte

Ich denke, die Debatte, die durch viele mit der Dresdner Debatte zur Inneren Neustadt verbunden wird, ist vollkommen überflüssig. Kein vernüftig denkender und in unserer Zeit verankerter Mensch würde solch abstruse Forderungen zum Abriss funktionaler und ästhetisch ansprechend sanierter Bauten stellen. Was bewegt diejenigen, die die Debatte auf diesen Punkt fokussieren wirklich? Ist es eine Gesellschaftskritik? Ist es persönliche Unzufriedenheit? Ist es gar der Anspruch nach Macht, nach dem "positiven" Gefühl, mitbestimmen zu können, in dem Fachexpertise diskreditiert wird? Ich wünsche dem Stadtplanungsamt Gelassenheit bei der Bewertung der nach meinem dafürhalten unnötigen und unzeitgemäßen Statements. Und ich drücke die Daumen, dass der Fokus auf die wirklich wichtigen Themen, wie die der Qualifizierung des öffentlichen Raums, der Verneutzung mit den angtenzenden Stadtquartieren, der Etablierung der Inneren Neustadt als lebenswertes Stadtquartier mit besonderer Austrahlung, gelingt.

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\"respektieren Sie andere Meinungen. Es ist ein Versuch wert, die Perspektive der anderen Haltung einmal einzunehmen.\"

Das geht aber nur, wenn eine Meinung auch verständlich erklärt und sachlich begründet wird. Und selbstverständlich können andere Meinungen hinterfragt, relativiert und auch widerlegt werden. Die \"Meinung um der Meinung Willen\" ist m.E. nicht von Bedeutung - viel wichtiger ist es, adäquate Ansätze für die künftige Verkehrs- und Stadtbaupolitik Dresdens zu finden. Auf dem Weg dorthin wird natürlich diskutiert - wichtig sind letztlich aber nur die Erkenntnisse, die man daraus gewinnt. Sachliche und überzeugend begründete Kritik an geäußerten Meinungen sollten nicht dazu führen, \"um jeden Preis Recht behalten zu wollen\", sondern eigene Ansichten zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen. Dies möchte ich bei der Auswertung der Debatte auch dem Stadtplanungsamt und Herrn Marx an\"s Herz legen.

Übrigens ist Enteignung gar kein Problem, weder nach GG noch nach Baurecht. Man hätte schon viel frühere hier einen Schnitt ansetzten müssen bei den problematischen Gebäuden, Durchmuddeln ist nicht gut.

Sehr geehrte Teilnehmer, auch wenn es noch so schwer fällt gilt: respektieren Sie andere Meinungen. Es ist ein Versuch wert, die Perspektive der anderen Haltung einmal einzunehmen. Nehmen Sie davon Abstand voreilige Schlüsse zu ziehen. Vielen Dank!

Zitat Gast (10.10.2011 | 17:17): \"die gebetsmühlenartig teilweise mit identischen Formulierungen vorgetragene Forderung nach einem Wiederaufbau des Neustädter Rathauses\"

Da können Sie mal sehen, wie vielen Dresdnern genau dieser Aspekt am Herzen liegt.

\"Der Neustädtzer Markt sollte erstmal bleiben wie er ist.\"

Die Begründung für diese These bleiben Sie uns schuldig.

@Beitragsteller:

Da haben wir ja wieder den guten alten Standard: Provokant-arrogante Polemik statt sachlicher, reflektierter und überzeugender Argumente. So kommen wir nicht weiter.

@Gast, 19:39
Ich bin ganz Ihrer Meinung.Leider haben die meisten Dresdner keinen Sinn für Architektur. Sie sind mit der Zeit einfach abgestumpft und erfreuen sich an lieblos renovierten Plattenbauten. Ist ja auch kein Wunder, die DDR hat Dresden nach 1945 ein 2.mal zerstört, die selbsternannten Modernisten nach der politischen Wende ein 3.mal. Wie lange wollen die Dresdner noch zuschauen? Werdet endlich aktiv, geht auf die Strasse und zeigt was die Dresdner wirklich wollen. Nämlich die Wiederherstellung alter Stadtstrukturen, die Kleinteiligkeit und regionaltypische Architektur.

Wo ist das Dresden geblieben mit dem Hang zum Besonderen, zum Schönen? Weggefegt durch Krieg und sozialistischer Umerziehung. Heute reicht austauschbares Mittelmaß. Die Bewohner bekommen so wohl das, was sie verdienen. Und die, die für das Besondere und Schöne und an das Anknüpfen daran kämpfen und dies einfordern, müssen sich noch beschimpfen lassen. Man kann sich für einige Mitbürger als Dresdner nur noch schämen. Sehr ernüchternd.

Dann bleibt eben alles so wie es ist, nur: dann sollte sich niemand wundern, das die Innere Neustadt verödet. Ohne radikalen Abriß am Neustädter Markt wird es keine Entwicklung in der Inneren Neustadt geben.

Dem Eingangsstatement muss ich mich voll und ganz anschließen. Die Debatte wird durch die gebetsmühlenartig teilweise mit identischen Formulierungen vorgetragene Forderung nach einem Wiederaufbau des Neustädter Rathauses auf einen nicht nachvollziehbarten Fokus gelenkt. Eine Diskussion ist schon alleine deshalb überflüssig, weil die abzureissenden Bauten in Privatbesitz sind, voll vermietet sind und davon abgesehen auch ganz gut aussehen.
Vielleicht bietet die nächste Dresdner Debatte wieder ein Brennpunktthema um das es sich zu diskutieren lohnt. Der Neustädtzer Markt sollte erstmal bleiben wie er ist.

\"Abstrus\" ist ein knuffiges Wort. Freuen Sie sich doch über die Leidenschaft, mit der Dresdner die herrschenden Architekturideologien hinterfragen, den Geist des Widerstandes gegen die Obrigkeit, welchen Sitz im Leben bei den Dresdnern ihre Stadt, die Gestaltung des öffentlichen Raumes hat, und wie gewaltig das alte Dresden, die ermordete Stadt, uns in der Gegenwart seinen Schatten spendet. Einst wird man Plattenbauten zum Sozialistenbarock machen, bis dahin aber sollte man wenigsten die Platte am Neustädter Markt entfernt haben f. die Rähnitz u. Neustädter Rathaus-Reko.

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, bitte beachten Sie die Spielregeln! Vermeiden Sie bitte Angriffe auf Personen: Stellen Sie Ihre Argumente in den Vordergrund und verzichten Sie bitte auf Aussagen, die andere verletzen oder beleidigen könnten (z. B. \"Kein vernüftig denkender und in unserer Zeit verankerter Mensch...\"). Danke für Ihr Verständnis! Moderation Heinze