Vorhaben 4: Kunsthausplatz als Verbindung zwischen Neustädter Markt und Barockviertel

Der Kunsthausplatz liegt zwischen dem Neustädter Markt und dem Barockviertel. Hier wurde in den letzten Monaten einiges umgestaltet: Der Künstler Jozef Legrand hat den Platz neu gestaltet, die Platzfläche ist in grauem Granit ausgeführt und durch ein Netz von dunklen Granitstreifen verbunden, um räumliche Bezüge zueinander herzustellen. Eingefasst ist der Platz mit schwarzem Granitborden, in den bestimmte Alltagsbegriffe, wie z. B. heute, morgen, hier, dort, er, sie eingelassen sind. Drei geschwungene, rote Bänke mit einer Gesamtlänge von 80 Metern finden ihren Platz unter den Bäumen des Platzes und laden zum Verweilen ein.

Insgesamt wird nun der Kunsthausplatz ein verkehrsberuhigter städtebaulicher Ankerpunkt in der Inneren Neustadt und, abgestimmt mit der Dresdner Debatte, am 1. Oktober eingeweiht
Künftig soll der Kunsthausplatz an der Schnittstelle zum Neustädter Markt für die Bewohner, Gäste und Touristen der Stadt als Auftakt für das Barockviertel, das Kunsthaus sowie die städtische Galerie für zeitgenössische Kunst dienen und die Auffindbarkeit des historischen Viertels verbessern. Hierfür ist nach der erfolgten Öffnung der Heinrichstraße zur Hauptstraße auch die Wiederöffnung der Rähnitzgasse durch den Teilabbruch von Bebauung am Neustädter Markt entsprechend dem historischen Stadtgrundriss erforderlich.

Ausführlichere Informationen finden Sie unter Informieren


Angesichts dieser Planungen fragt das Stadtplanungsamt:

Haben Sie den neuen Kunsthausplatz schon für sich entdeckt? Könnte er noch besser auffindbar sein? Ist das Barockviertel in Ihren Augen gut erreichbar?
Wie stehen Sie zu der die vorgesehenen Wiederöffnung der Rähnitzgasse zum Neustädter Markt hin?

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Ich bin der Meinung das gesamte \"Stadtquartier\" mit dem Neustädter Rathaus sollte widerhergestellt werden. Der Platz macht da wenig Sinn.

Wichtig ist meiner Meinung auch die Nutzung des Japanischen Palais! Ursprünglich angeacht als Porzellanschloß, könnte hier die weltbekannte Meißner Porzellansammlung, von der ja im Zwinger nur ein ganz kleiner Teil gezeigt werden kann, untergebracht werden. Das wäre ein Anziehungspunkt erster Güte für die Neustadt!

Der Gestaltung des Kunsthausplatzes und der Anbindung an die bestehende bauliche und die Freiflächen prägende Struktur liegt wohl ein Schnellschuss des Kunsthauses mit dem Strassen- und Tiefbauamt zu Grunde. Das zeigt auch der Alleingang mit dem Künstler: wo blieb der Wettbewerb zur Gestaltung? Das Stadtplanungsamt war ja nicht wirklich einbezogen.
Schade, denn es bleiben viele Fragen offen:
- nicht geklärt ist die Einbindung von stadttechnisch notwendigen Bauteilen, wie z.B. Schaltkästen und Übergabestationen
- nicht geklärt ist die Parksituation: die Widmung in eine \"Spielstraße\" führt nun dazu, dass der Platz permanent, insbesondere abends zugeparkt ist.
- nicht geklärt ist der Anschluss an die bestehenden Grundstücke: der Belagwechsel zu den vorhandenen und verbrauchten Gehwegplatten ist gestalterisch eine Farce
- fragwürdig ist der Aufbau historisierender Kandelaber vor den sanierten zeitgenössischen Plattenbaufassaden
- nicht gelöst sind die Müllstandorte der angrenzenden Wohnhäuser, die sich nun schamhaft auf den Privatgrundstücken verteilen und für den Kunsthausplatz durch die unangenehmen Gerüche die Aura des Hinterhofes unterstützen
- die Erschließung des privaten Parkplatzes (südl. Haus Stadt Leipzig) während der Bauzeit des Kunsthausplatzes über den Palaisplatz war gut; warum wird diese nicht perfektioniert und dauerhaft ausgebaut - so könnte man den Verkehr auf dem Kunsthausplatz weiter reduzieren!
- wenn die Stadt Dresden an einer dauerhaften Nutzung des Kunsthauses als solches interessiert ist, muss sich das Gebäude zum Platz hin auch baulich öffnen: hier sind innere Funktionsverlagerungen und bauliche - auch denkmalpflegerisch diskutable - Änderungen an der Fassade nötig! Aber warum hier etwas tun? Das Kunsthaus wäre später im Areal Kraftwerk Mitte sowieso besser aufgehoben!
- der Rückbau der störenden Gebäude - Öffnen der Rähnitzgasse zum Neustädter Markt - ist eine logische Konsequenz: wie weit sind die Verhandlungen mit der Gagfah? Ist das überhaupt realisierbar oder nur ein Traum?

Fazit: als Anwohner bin ich grundsätzlich froh über die Umgestaltung; als Bürger und Architekt bin ich enttäuscht über viele verpasste Chancen und den nun baulich manifestierten Kompromiss!
Dresden zeigt sich hier mal wieder ganz groß in der Mittelmäßigkeit.

Den Durchbruch finde ich eine sehr sinnvolle Sache, wenn man das allerdings nicht tut, dann ist der Platz nur eine tote Ecke. Ich wäre für den Bau eine U-Bahnstrecke, um das Stadtautobahnproblem zu beseitigen.

Der Kunsthausplatz stellt auf jeden Fall eine Verbesserung dar und er ist auch als Auftakt für das Barockviertel geeignet. Allerdings bedarf es hierzu eines entsprechenden Zugangs. Auftakt kann der Platz nur sein, wenn Anwohner uns Gäste ihn von außen auch attraktiv erreichen und das ist von der Elbe kommend gegenwärtig nicht der Fall, weil dazwischen mit der Großen Meißner Straße eine Stadtautobahn liegt.

Der Platz ist sehr wohltuend und ein gelungener Einstieg ins Barockviertel. Jetzt fehlt nur noch der Durchbruch an der Rähnitzgasse.