Dresdenstil des Bauens

Ich bin der Meinung, dass für ein regionaltypisches Bauen durch einen Architekturwettbewerb ein gemeinfreier (Creative Commons) "Dresdenstil" entwickelt werden sollte, also eine Art zu Bauen, die in die Region hinein passt und unverwechselbar dresdnerisch ist. Das muss nicht ein klassischer Barockstil sein, sondern vielleicht irgendetwas modernes mit Pfiff und Herz. Das was an der Hauptstraße gebaut wurde, das ist nicht so prima und wirkt auch nicht unverwechselbar dresdnerisch, sondern eher austauschbar, das könnte auch genausogut in Dortmund errichtet werden. Es wäre gut, wenn man einen "Dresdenstil" hätte als architektonisches Leitkonzept. Dieser Stil müsste repräsentative Variation und Bürgerstolz erlauben, zugleich aber unverwechselbar sein und den Dresdnern urbane Identität vermitteln. Meiner Ansicht nach hat der Rekostil seine Grenzen, vielleicht sollte man noch das Neustädter Rathaus rekonstruieren, aber irgend etwas wird dann auch mal neu gebaut. Da müsste man etwas haben, was genauso gut, wenn nicht schöner als das Vergangene ist, und alle Kreise begeistert. Ein solcher offener Architekturwettbewerb würde zu einer solchen Debatte anregen, nämlich eine Art "Frutiger" fürs Bauen zu entwickeln. Dafür könnte man dann in der inneren Neustadt bestimmte Flächen ausloben, die in dieser Art gestaltet würden.

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Ja, es muss mehr geben als Schwarz-Weiß, mehr als Rekonstruktion und Modernismus, das habe ich auch immer betont. Im Frankfurter Altstadtbereich zwischen Dom und Römer scheint nun genau dies gelungen: Neubauten, die eindeutig nach Frankfurt aussehen, obwohl sie ihren historischen Vorbildern nicht entsprechen. Eine originelle Weiterentwicklung dresdentypischer Stile, ohne ins Abstrakte abzugleiten, ist dringend anzustreben! Alleine fehlt mir der Glaube, dass die Verantwortlichen in Dresden von ihrem bisherigen (leider komplett gegenteiligen) Kurs abzuweichen in der Lage sind.