Rückbau der großen Straßen

Die Autobahn vor dem Neustädter Markt sollte radikal in eine einsprurige Straße zurückgebaut werden.
Es gibt mehr als genug Möglichkeiten mit dem Auto zur Carolabrücke zu kommen bzw. in Richtung Neustädter Bahnhof bzw. zur Leipziger Straße.
Und vielleicht würde der eine oder andere Autofahrer dann sogar auf das große ÖPNV-Angebot umsteigen.
Mutige Schritte, liebe Stadtverwaltung!

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\"Mutige Schritte, liebe Stadtverwaltung!\"

Eben, das wäre mutig. Bei der aktuell geplanten Lösung kann man eher von einem \"zögerlichen Ansatz\" sprechen - die große Chance dagegen wird wieder mal vertan. Ich bin wirklich gespannt, ob die Debatte diesbezüglich ein Umdenken generieren wird. Zumindest der Rückbau auf zwei Spuren wäre Pflicht.

Diesen fantastischen Beitrag bitte nochmal als Erstbeitrag veröffentlichen, da er an dieser Stelle als Kommentar nicht passt und leider untergeht.

Ohne polarisieren und mich streiten zu wollen, so glaube ich aber doch zutiefst, dass es die Innere Neustadt – ein Jahrhunderte alter und vor 1945 glanzvoll bebauter Ort – wert ist, gemeinsam zu überlegen, wie man ihren Zustand wirklich verbessern. Was könnte es sonst noch geben, als einfach nur den Status Quo zu zementieren? Ich bin der ehrlichen Meinung, dass es nicht anders gehen kann, als dass man versuchen sollte, sie über einen langen Zeitraum hinweg wieder dem wertvollen historischen Bild anzunähern.
Manche verspüren ja, wie es scheint, eine Abneigung gegen einen Wiederaufbau, wie er am Neumarkt praktiziert worden ist. Das kann ich z. T. verstehen, ich kann aber beruhigen, denn „Annähern“ heißt ja, nicht alles 1:1 zu rekonstruieren. Das geht nicht und das will auch keiner.
Der Neumarkt ist natürlich v. a. ein Ort für Touristen, da sich hier eben direkt oder angrenzend die weltberühmten Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt, Frauenkirche, Brühlsche Terrasse, Zwinger, Oper und Residenzschloss, befinden. Schon dies wird es so in der Neustadt nie geben. Zum anderen wirken die Fassaden der Neumarkthäuser natürlich noch wahnsinnig sehr künstlich, was ganz einfach damit zusammenhängt, dass sie erst 3–4 Jahre alt sind. Angesichts unserer Luftverschmutzung wird es dieses „Problem“ schon in 10 Jahren nicht mehr geben.
Drittens hängt ein großes Problem des Neumarkts – Stichwort: Großstrukturen in Beton mit vorgehängten Barockfassaden – damit zusammen, dass das Liegenschaftsamt der Stadt nicht auf der Grundlage der Parzelle, sondern quartiersweise an Großinvestoren verkauft hat. Dies war niemals ein Gedanke, den die GHND mit dem Neumarkt verbunden hat. Schon jetzt haben andere Städte, wie etwa Potsdam oder Frankfurt a. M. aus diesem Fehler gelernt und verkaufen und bebauen parzellenweise!
Und zu guter Letzt: Die GHND versteht sich in Sachen Neustadt als Initiator und Ideenanreger und nicht als derjenige, der hier irgendetwas durchpeitschen will. Wir wollen eine Vision anregen, ohne die in Städtebau und Architektur eben nichts geht. Ich finde, das hat die Innere Neustadt verdient.
Aus diesem Grunde hat der 2. Vorstandsvorsitzende der GHND, Torsten Kulke, einen zeitlich über einen längeren Zeitraum gestreckten „Vierstufenplan“ entwickelt:
Stufe 1: Zuallererst muss die trennende B 6 entweder ganz beseitigt (was wohl kaum gehen wird) oder doch zumindest im Verkehrsaufkommen stark eingeschränkt und verschmälert werden. Ich glaube jeder ist sich klar, bevor dies nicht passiert können auch zehn wiederaufgebaute Neustädter Rathäuser nichts helfen. Man könnte siech diese Verengung so vorstellen, dass nur noch zwei Spuren nebst Radweg und Straßenbahn vorhanden sind und (außer der Bahn natürlich) im Bereich des Platzes im Zusammenhang mit einer Tiefgarage dort unterirdisch geführt werden. So wäre der Neustädter Markt selbst dann nur noch für Flaneure (auf der dann hoffentlich auch autofreien Augustusbrücke) zwischen Alt- und Neustadt sowie für die Straßenbahn da.
Stufe 2: Die elbseitigen Bereiche Große Meiner Straße und Große Klostergasse könnten in 10 Jahren bebaut werden und damit der erste Schritt getan werden, den Platz wieder irgendwie zu schließen (eine Idee, die auch die Stadt hat). Hier könnten wir uns vorstellen, dass unter den wenigen Rekonstruktionen am Neustädter Markt hier die ersten vier Häuser der weltberühmten Großen Meißner Gasse wiederaufbaut. Dank barockem Baureglement hatten diese fast durchgehende Stockwerkshöhen. Entweder könnte man diese Häuser dem Hotel zuschlagen oder (noch besser) als Wohnbebauung realisieren. Ich sage es ganz offen: Die Idee, dass alles so völlig frei und offen hin zur Elbe bleibt ist, widerspricht sämtlichen Prinzipien des europäischen Städtebaus , ist aber auch wirtschaftlich unrealistisch und wird sich ange