2. Debatte zur Inneren Neustadt

Ergebnisseite der Debatte "Innere Neustadt"

Zur Vorbereitung weiterer Planungen fragte das Stadtplanungsamt Dresden: Wie nehmen Sie die Innere Neustadt wahr? Was gefällt Ihnen gut und was gefällt Ihnen nicht im Hinblick auf Verkehr, Einkaufen, Wohnen, Arbeiten, Kultur, Grün oder Freizeit? Und speziell: Welche Meinung und welche Anregungen haben Sie zur Rahmenplanung aus dem Jahr 2003 und den aktuellen Planungen für den Neustädter Markt, den Archivplatz, den Palaisplatz, den Kunsthausplatz und die Hauptstraße?--

Nach Abschluss und Auswertung der Dresdner Debatte Ende 2011 flossen die Ergebnisse in die Fortschreibung des Rahmenplans Innere Neustadt ein. Diese startete 2012 und soll nach Erarbeitung eines Entwurfs in Kontinuität des begonnenen Dialogs mit der Bürgerschaft 2013 vorgestellt und diskutiert werden. Informationen über die Termine werden rechtzeitig und in geeigneter Form auf diesen Seiten sowie über die örtlichen Medien bekanntgegeben.

Für vier der insgesamt fünf diskutierten Orte finden Sie nachfolgend den aktuellen Stand der städtebaulich-verkehrsplanerischen Projekte:

Neustädter Markt

  • Aufwertung des Neustädter Marktes als Empfangsplatz durch eine verbesserte ebenerdige fußläufige Anbindung zwischen Altstadt und Innerer Neustadt und Rückbau der bestehenden Unterführung.

    Für den Teilbereich Neustädter Markt ist das vorhandene verkehrlich-städtebauliche Entwicklungskonzept weiterzuentwickeln und entsprechend zu qualifizieren. Gleichzeitig ist die finanzielle Einordnung im städtischen Haushalt und die Ausarbeitung geeigneter Fördermöglichkeiten notwendig. Eine Umsetzung ist neben den finanziellen Mitteln abhängig von der Umgestaltung des Straßenzuges Große Meißner Straße - Köpckestraße sowie der Sanierung der Augustusbrücke.

  • Überprüfung einer möglichen Zurücknahme der Verkehrstrasse Große Meißner Straße - Köpckestraße bzw. Untertunnelung in Ost-West-Richtung

    Mit dem vorgestellten Entwicklungskonzept wird eine städtebauliche Integration der Hauptverkehrsstraße Große Meißner Straße - Köpckestraße angestrebt. Die Möglichkeit von Verlagerungen auf andere Verkehrstrassen ist gegenwärtig Untersuchungsgegenstand des Verkehrsentwicklungsplanes VEP 2025+.
    Die städtebauliche Einordnung von Tunnelbauwerken zwischen Palaisplatz und Carolaplatz bei gleichzeitiger Gewährleistung ebenerdiger Grundstückserschließung ist aus verkehrsplanerischer Sicht nicht geeignet, um dieses Ziel zu erreichen.

  • Empfehlung einer weitestgehenden Verkehrsberuhigung der Augustusbrücke beziehungsweise Freilenkung vom motorisierten Verkehr (vergleichbar der Wenzelsbrücke in Prag)

    Die Augustusbrücke besitzt hinsichtlich ihrer Bedeutung für den motorisierten Verkehr nur eine geringe Bedeutung. Dem entgegen steht eine herausgehobene Bedeutung für den Fußgängerverkehr und ÖPNV. Daneben sind auch denkmalpflegerische und städtebauliche Aspekte zu berücksichtigen. Die zukünftige verkehrspolitische Bedeutung der Augustusbrücke ist Betrachtungsgegenstand der Sanierung.

Hauptstraße

  • Alternative, attraktive und sichere Angebote für den Radverkehr an Hauptverkehrsstraßen ergänzen, um unverträglichen Durchgangsverkehr zu vermeiden (Umsetzung der Ziele des Radverkehrskonzeptes - Innenstadt).
    In Übereinstimmung mit den Zielen des Radverkehrskonzeptes und dem Stand der Technik, sind bei der Sanierung von Hauptverkehrsstraßen sichere Führungsmöglichkeiten für den Radverkehr zu berücksichtigen. Diese können aufgrund der erforderlichen Eingriffe nur im Rahmen komplexer Sanierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Gegenwärtig sind hierfür im Haushalt der Landeshauptstadt keine finanziellen Mittel eingeplant.

Archivplatz

  • Rückbau der Fußgängerbrücke anstreben und eine nutzerfreundliche ebenerdige Querungsmöglichkeit anbieten
  • Ampelanlagen in die übergeordnete Verkehrssteuerung (grüne Welle) einbinden, um Beeinträchtigungen für den Auto- und Straßenbahnverkehr auszuschließen
  • Radverkehrsführung im Zuge der Albertstraße (Hauptradroute) verbessern
  • Straßenraumaufteilung zur Integration von Radverkehrsanlagen im Vorfeld differenziert mittels Verkehrsversuch untersuchen
  • ÖPNV-Erschließung verbessern und eine differenzierte Bewertung der geplanten Straßenbahnhaltestelle vornehmen
  • Studie erarbeiten, die untersuchen und aufzeigen soll, ob mit der Einordnung der Haltestelle betriebliche Vorteile und Komfortverbesserungen für den ÖPNV einhergehen.

    Gegenwärtig wird im Auftrag des Stadtplanungsamtes in Zusammenarbeit mit der DVB AG eine Studie zu möglichen Veränderungen der Haltestellensituation am Carolaplatz erarbeitet. Ziel der Untersuchung ist die Vermeidung von Doppelhalten sowie die Optimierung der Beeinflussung durch die vorhandene Ampelschaltung. In Abhängigkeit der Ergebnisse sind Rückschlüsse für die Gestaltung des Archivplatzes zu ziehen.
    Im Hinblick auf die Einordnung sicherer Radverkehrsanlagen im Zuge der Albertstraße sind vertiefende Untersuchungen der Straßenraumaufteilung zwischen Albert- und Carolaplatz erforderlich, da die vorgeschlagene Verkehrsorganisation gegenwärtig nicht umsetzbar ist. Die sich hieraus ergebenden Auswirkungen auf die Gestaltung des Archivplatzes sind dabei zu berücksichtigen.

Palaisplatz

  • erhöhte Aufenthaltsqualität erreichen durch Verkehrsberuhigung des Nebennetzes im Bereich der nördlichen Platzfläche
    Das für den Bereich des Palaisplatzes vorgelegte verkehrlich-städtebauliche Entwicklungskonzept ist inhaltlich weiter zu qualifizieren. Hierzu ist das Ergebnis, der im Auftrag des Stadtrates laufenden Untersuchung zur Errichtung einer Tiefgarage im Bereich des Palaisplatzes abzuwarten. Die Umsetzung ist abhängig von der finanziellen Einordenbarkeit im städtischen Haushalt und sollte mit der Sanierung des Verkehrszuges Große Meißner Straße - Köpckestraße erfolgen.

Weitere Maßnahmen

Neben den fünf diskutierten Schwerpunktorten sind in dem Denkmalschutzgebiet „Innere Neustadt" bis zum Abschluss der Gesamtmaßnahme und Aufhebung des Gebietes noch zwei weitere Maßnahmen vorgesehen:

  • Instandsetzung und Gestaltung Kunsthaus

    Das Kunsthaus Dresden als städtische Galerie für Gegenwartskunst hat seinen Platz unmittelbar am neu gestalteten „Kunsthausplatz". Nach dem erfolgreichen Umbau des Platzes rückt das kommunale Gebäude stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Das denkmalgeschützte Gebäude befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand. Die schrittweise Sanierung soll unter anderem dazu beitragen, dass eine funktionale Verbindung des Gebäudes zum „Kunsthausplatz" möglich wird. Mit den vorgesehen Maßnahmen soll das „Kunsthaus" im Stadtteil und darüber hinaus, stärker und als Teil der Soziokultur Dresdens wahrgenommen werden.
    Beabsichtigt ist, das „Kunsthaus" mit seinem attraktiven Innenhof für Besucher zu öffnen und in das bestehende Wegenetz des Barockviertels einzubinden sowie die Fassade für die Wahrnehmung und die Wirkung als öffentliche Institution zu erneuern und zu gestalten. Die Umsetzung des Projektes soll in diesem Jahr beginnen.

  • Erschließungsmaßnahme - 4. Bauabschnitt der Heinrichstraße

    Die Sanierung des letzten Abschnittes der Heinrichstraße zwischen Rähnitzgasse und Palaisplatz soll möglichst noch im Jahr 2013 stattfinden. Dabei soll das historische Erscheinungsbild der Straße wie bereits in der Rähnitzgasse und im Obergraben wieder hergestellt werden. Wegen der mit dem Straßenbau verbundenen Erschütterungen, kann dieser jedoch erst beginnen, wenn der Sanierungsfortschritt am Ensemble "Hotel Stadt Leipzig" dies zulässt.

    Das Gebäude „Hotel Stadt Leipzig" (Rähnitzgasse 15 / Heinrichstraße 7) ist in diesem Areal das einzige noch unsanierte Kulturdenkmal. Die erhaltenen Teile der ruinösen Bausubstanz besitzen nach Einschätzung der Denkmalschutzbehörden einen hohen kulturhistorischen Wert und wurden deshalb im Zuge der Sanierung und Aufwertung von Teilen der Hauptstraße, der Heinrichstrasse, der Rähnitzgasse und des Neubaus des Kunsthausplatzes im Jahr 2011 umfassend gesichert.

    Der Grundstückseigentümer plant derzeit die Entwicklung des Ensembles zu einem Wohn- und Geschäftshaus. Dabei soll die historisch wertvolle Bausubstanz weitgehend erhalten bleiben und saniert werden. Auf Antrag des Eigentümers wurde der Vorhabenbezogene Bebauungsplan Nr. 6011, `Heinrich-Residenz´ (ehemaliges Hotel Stadt Leipzig) aufgestellt. Dieser Bebauungsplan, der noch in diesem Jahr rechtskräftig werden soll, schafft die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Umsetzung der komplexen Baumaßnahme und die Rettung der wertvollen Bausubstanz.